Kinder- und Jugendbeteiligung im Wieselkiez: Den Schlaatz aus Kindersicht entdecken

Im Rahmen des MitmachMittwochs, einem Beteiligungsformat des PlanLabors, waren am 1. April 2026 insgesamt 17 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren in der Gemeinschaftsunterkunft im Wieselkiez und im Stadtteil unterwegs, um den Schlaatz aus ihrer Perspektive zu zeigen. Gemeinsam mit der Einrichtungsleitung, einem Security-Mitarbeiter und den Mitarbeiterinnen des PlanLabors machten sie sichtbar, welche Orte für sie im Alltag wichtig sind – und was ihnen in ihrer direkten Umgebung fehlt.

Einstieg mit der Karte: Wünsche werden konkret

Der Einstieg fand in der Unterkunft statt. Auf einer großen, begehbaren Karte des Schlaatzes markierten die Kinder ihre Wege, wichtige Orte und Plätze, die in ihrem Alltag eine Rolle spielen.

Dabei wurde schnell ein zentraler Wunsch deutlich: Direkt an der Unterkunft fehlt aus ihrer Sicht eine geeignete Spielfläche. Die Kinder konnten sehr konkret benennen, was sie sich wünschen – darunter eine Nestschaukel, ein Klettergerüst, eine große Rutsche und eine Seilbahn. Ihre Vorstellungen davon, was einen guten Spielplatz ausmacht, waren klar und differenziert.

Rundgang durch den Stadtteil: Spielräume im Alltag

Beim anschließenden Rundgang knüpften viele Beobachtungen an die zuvor benannten Punkte an. Rund um die Unterkunft zeigten die Kinder, wo sie aktuell spielen – etwa auf Straßen beim Fangen oder Verstecken und auf kleinen Rasenflächen beim Fußball.

Dabei wurde deutlich, dass sich ihr Spiel stark auf den unmittelbaren Wohnbereich konzentriert. Die Kinder nutzen vorhandene Flächen selbstverständlich und machen sie zu ihren Spielorten – auch wenn diese dafür eigentlich nicht vorgesehen oder nur eingeschränkt geeignet sind.

Unterwegs im Schlaatz: Wege, Orte und Erfahrungen

Die Route führte vom Wieselkiez entlang der Nuthe in Richtung Marktplatz und später über die Straße Am Nuthetal zurück. Unterwegs berichteten die Kinder von ihren Wegen, ihren Lieblingsorten und den Plätzen, die sie regelmäßig nutzen.

Dabei bestätigte sich der Eindruck aus der Kartenarbeit: Zwar gibt es in der Umgebung verschiedene Spielorte, doch viele empfinden die Kinder als wenig einladend oder schwer nutzbar. Hinzu kommen gelegentliche Konflikte mit Anwohnenden, die das freie Spielen zusätzlich erschweren. Umso deutlicher wurde der Bedarf an einer gut nutzbaren Spielfläche direkt an der Unterkunft.

Bewegung gehört dazu

Wie wichtig Bewegungsräume für die Kinder sind, zeigte sich auch ganz praktisch: Noch vor dem Start fragte ein Junge, ob ein Ball mitgenommen werden dürfe, um einen wichtigen Ort zu zeigen. Beim Halt am Fußballfeld im Bisamkiez wurde sofort gespielt. Der Ort war damit nicht nur Teil des Rundgangs, sondern unmittelbar gelebter Alltag.

Kinder als Expert:innen ihres Alltags

Neben den konkreten Hinweisen fiel auch auf, wie aufmerksam und respektvoll die Kinder miteinander umgingen. Trotz unterschiedlicher Hintergründe waren bereits enge Freundschaften spürbar.

Der MitmachMittwoch hat einmal mehr gezeigt, wie genau Kinder ihre Umgebung wahrnehmen und wie klar sie formulieren können, was ihnen fehlt. Ihr Wunsch nach einem gut nutzbaren Spielplatz direkt an der Unterkunft zog sich durch die gesamte Beteiligung – von der Kartenarbeit bis zum Rundgang.

Gerade darin liegt der große Wert solcher Formate: Kinder als Expertinnen und Experten ihres Alltags ernst zu nehmen.