Bunte Spuren im Reallabor Wieselkiez

Am 2. September wurde es bunt im Reallabor Wieselkiez. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus der Nachbarschaft wurden 15 große Pflanzkübel bemalt und damit ganz persönliche Spuren im Quartier hinterlassen. Insgesamt beteiligten sich 34 Kinder und Jugendliche an der Aktion.

Die Kübel waren hergerichtet. Farben, Pinsel und alles, was zum Gestalten gebraucht wurde, stand bereit. Dann konnten die Kinder und Jugendlichen direkt loslegen.

Den Anfang machten zehn Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-von-Türk-Schule. Sie kamen gemeinsam mit zwei Begleitpersonen und arbeiteten sehr konzentriert und mit vielen eigenen Ideen. Besonders schön war, dass die Jugendlichen bei der Gestaltung der Kübel Themen einbrachten, die ihnen selbst wichtig sind. Zwei Jungen griffen in ihrer Gestaltung das Thema Gehörlosigkeit und Gebärdensprache auf. Auf einen Kübel schrieben sie zum Beispiel „deaf“ und ergänzten verschiedene Handzeichen. So brachten sie ihre eigene Perspektive sichtbar in die Gestaltung des öffentlichen Raums ein. Einige hinterließen zusätzlich ihre Handabdrücke auf den Kübeln. Die Hände standen symbolisch für Gebärdensprache und dafür, dass Kommunikation viele verschiedene Formen haben kann.

Danach kamen 11 Vorschulkinder aus der Evangelischen Integrations-Kita an der Nuthe. Hier wurde es noch einmal ganz anders. Es entstanden bunte, freie und wunderbar abstrakte Bilder. Die Kinder gingen sehr selbstverständlich an die großen Flächen heran und hatten sichtlich Freude daran, gemeinsam etwas zu gestalten. Ein besonders schöner Moment kam  am Nachmittag: Einige Kinder besuchten das Reallabor noch einmal gemeinsam mit ihren Eltern und zeigten ihnen stolz die Kübel, die sie am Vormittag bemalt hatten.

Auch 13 Kinder aus dem Wohnverbund Wieselkiez 1A machten bei der Aktion mit. Sie gestalteten die Kübel direkt vor ihrem Wohnhaus sowie auf der Aktionsfläche 3 des Reallabors. Gerade hier wurde spürbar, wie nah die Aktion am eigenen Alltag der Kinder war. Die gestalteten Kübel stehen dort, wo sie wohnen, spielen und jeden Tag vorbeikommen.

Am Ende entstand viel mehr als die bunten Pflanzkübel. Der Straßenraum wirkt durch die vielen Farben freundlicher und persönlicher. Gleichzeitig zeigen die Kübel, wie selbstverständlich Kinder und Jugendliche ihren eigenen Stadtteil mitgestalten können, wenn sie dafür den Raum und die Möglichkeit bekommen.

Die Malaktion war ein Tag voller Farbe, Begegnung, Gespräche und ganz unterschiedlicher Ideen. Vielen Dank an alle Kinder und Jugendlichen, an die Begleitpersonen und an die beteiligten Einrichtungen für die tolle Unterstützung. Besonders freuen wir uns auch über die neuen Kontakte, die durch die Aktion entstanden sind. Wir hoffen, dass daraus noch viele weitere gemeinsame Projekte und Begegnungen wachsen.