Beim SchlaatzWalk zu den Vertiefungsbereichen im Bebauungsplanverfahren Schlaatz wurden der aktuelle Zwischenstand sowie zentrale offene Fragen der weiteren Planung besprochen. Im Mittelpunkt standen insbesondere die Bereiche Magnus-Zeller-Platz und Marktplatz. Ziel der Vertiefungsbereiche ist es, komplexe Punkte aus dem Masterplan und der Übersetzung in den Vorentwurf des Bebauungsplans so weiter zu klären, dass sie im nächsten Schritt fachlich belastbar in den Bebauungsplan-Entwurf einfließen können.
Als begleitenden Experten waren Josephine Braun für den Arbeitskreis Stadtspuren, Philipp Hössel vom Stadtkontor als Projektkoordinator für das Bebauungsplanverfahren seitens des Fördermittelgebers und André Schwarz aus dem Bereich Stadtplanung der Landeshauptstadt Potsdam dabei.
Ein Schwerpunkt des Rundgangs lag auf dem Magnus-Zeller-Platz. Dieser wurde als wichtiger Quartierseingang mit hoher Frequenz durch den ÖPNV sowie als zentraler Ort für Nutzungsmischung, Gewerbe, Nahversorgung und Büroflächen diskutiert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Überführung der Ideen aus dem Masterplan in die Logik des Bebauungsplans mit verschiedenen Einschränkungen verbunden ist. Verkehrsgeometrien, Abstandsflächen, Eigentümerinteressen, Betreiberanforderungen und die Realisierbarkeit begrenzen die ursprünglich entwickelten städtebaulichen Bilder.


Ausführlich diskutiert wurde auch die Frage nach den Quartiersgaragen. Während im Masterplan noch mehrere kleinere Quartiersgaragen vorgesehen waren, besteht für den Magnus-Zeller-Platz die Tendenz, dort keine Quartiersgarage zu realisieren. Der Quartierseingang soll vielmehr identitätsstiftend wirken und nicht durch eine Garagennutzung geprägt werden.
Für den Magnus-Zeller-Platz wurden verschiedene Entwicklungsrichtungen besprochen. Einerseits wurde eine eher bestandsorientierte Variante mit Erhalt der vorhandenen Gebäude, Aufwertung der Erdgeschosse, punktuellen Eckbebauungen und einer stärkeren Aktivierung der Platzbereiche diskutiert. Andererseits stand eine stärkere Neubauvariante im Raum, mit der öffentliche Räume gebündelt und zusätzliche gewerbliche oder nahversorgende Nutzungen untergebracht werden könnten.
Auch die Wohnflächenentwicklung wurde angesprochen. Aus Sicht der Wohnungsunternehmen gilt als Maßgabe, dass bei Abriss mindestens eine Verdopplung der Wohnungen erreicht werden müsste. Eine bestandsorientierte Variante würde dagegen nur geringe Wohnzuwächse, vor allem durch punktuelle Ergänzungen, ermöglichen. Aufstockungen wurden ebenfalls als Option benannt, jedoch mit Verweis auf Grenzen durch Statik, Baugrund und Kosten.
Der zweite Schwerpunkt lag auf dem Marktplatz. Hier wurden die Ideen des Masterplans zur Weiterentwicklung des Zentrums, zu neuen Raumkanten, möglichen Ergänzungsbauten und zur Verbindung mit Bürgerhaus, Schule und Sportforum diskutiert. Für den Standort einer Quartiersgarage wurde eine Lösung auf dem bisherigen Parkplatz favorisiert.


Ein weiteres wichtiges Thema war die Klimaanpassung. Im Bebauungsplan sollen Grünflächen und verkehrsberuhigte Bereiche gesichert werden. Die genaue Anordnung von Bäumen, Grünstrukturen und Freiraumelementen wird jedoch vor allem in späteren Planungsphasen konkretisiert. Für den Marktplatz wurden durch die Anwesenden ergänzende Wasserangebote wie ein bodengleiches Wasserspiel oder Trinkbrunnen angeregt. Gleichzeitig wurde betont, dass der Marktplatz weiterhin für Veranstaltungen nutzbar bleiben soll.
Zum weiteren Verfahren wurde erläutert, dass die Ergebnisse der frühzeitigen Beteiligung intern vorliegen, aber erst mit dem nächsten Entwurf öffentlich werden. Hintergrund ist, dass die Abwägung durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden muss und sich Inhalte bis dahin noch verändern können. Zudem wurde klargestellt, dass „Schlaatz 2030“ vor allem den Förderzeitraum bezeichnet. Die tatsächliche bauliche Umsetzung wird deutlich länger dauern und sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für den konstruktiven Austausch. Zeitnah wird es wieder einen Podcast zum Nachhören geben.
Das PlanLabor-Team
