Am Mittwoch, dem 9. September 2026, fand der Schlaatz Walk zu den „blau-grünen Nachbarschaftsbändern“ statt. Der Rundgang führte durch den Wieselkiez, wo derzeit im Rahmen des Projekts „Mehr Raum für Nachbarschaft“ ein zweimonatiges Reallabor mit Verkehrsversuch stattfindet. Dabei wird erprobt, wie der öffentliche Raum klimaangepasst gestaltet und zugleich mehr Platz für Aufenthalt, Begegnung und Spiel geschaffen werden kann.
Begleitet wurde der Spaziergang durch André Schwarz aus dem Bereich Stadtplanung der Landeshauptstadt Potsdam, Lina Schirmer aus dem Projektkoordinationsteam „Mehr Raum für Nachbarschaft“ beim Stadtkontor, Ulrike Ewen aus dem Bereich Verkehrsentwicklung der Landeshauptstadt Potsdam sowie Kathrin Adolphs aus dem Bereich Grünflächenunterhaltung der Landeshauptstadt Potsdam.
Zu Beginn erläuterte André Schwarz den Zusammenhang zwischen dem Reallabor und der langfristigen Entwicklungen im Schlaatz. Die im Masterplan Schlaatz 2030 entstandene Idee der blau-grünen Nachbarschaftsbänder wird mit dem Reallabor nun im realen Straßenraum erprobt. Lina Schirmer stellte anschließend das Projekt mit seinen Maßnahmen vor. Dazu gehört ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem gegenseitige Rücksichtnahme eine zentrale Rolle spielt. Hierzu wurden Bäume, Bänke, Hochbeete aufgestellt sowie verschiedene Aktionsflächen geschaffen.
Beim nächsten Halt an der Aktionsfläche 1 wurde gemeinsam der Frage nachgegangen, wie sich zunehmende sommerliche Hitze auf das Leben im Quartier auswirkt und welchen Beitrag Bäume, Begrünung und Schatten leisten können. André Schwarz erläuterte, dass insbesondere versiegelte Flächen an heißen Tagen stark zur Aufheizung beitragen. Zugleich wurde deutlich, dass zusätzliche Begrünung nicht überall ohne Weiteres möglich ist. Leitungen, notwendige Flächen für die Feuerwehr, Eigentumsverhältnisse und die langfristige Bewässerung müssen bei neuen Standorten berücksichtigt werden.
Ein zentrales Thema des Rundgangs war die Neuverteilung des Straßenraums. Mehrere Anwohnende äußerten Sorgen zum Wegfall von Stellplätzen und berichteten von Ihren Erfahrungen, wie beispielsweise von längeren Wegen. Gleichzeitig wurde darüber gesprochen, wie Straßenräume neben dem Parken auch andere Nutzungen ermöglichen können. Auch die Perspektive des Wieselkiez 1A wurde aufgegriffen. Aus Sicht der Einrichtung bietet der verkehrsberuhigte Straßenraum, insbesondere für die dort lebenden Kinder, zusätzliche Möglichkeiten zum sicheren Spielen.
An der Aktionsfläche 2 wurden weitere Möglichkeiten der Klimaanpassung thematisiert. Neben Sonnenschutzmaßnahmen im Zuge von Gebäudesanierungen wurden auch Dach- und Fassadenbegrünungen angesprochen.
Im weiteren Verlauf blieb die Parksituation ein wichtiges Thema. Anwohnende wiesen darauf hin, dass Fahrzeuge im Bereich der vorgesehenen Ausweichparkflächen am Nuthetal teilweise so abgestellt werden, dass vorhandener Parkraum nicht vollständig genutzt werden kann. Der Hinweis wurde von Ulrike Ewen aufgenommen und wird aktuell mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde geprüft. Gemeinsam wird derzeit erarbeitet, wie die vorhandenen Stellflächen in diesem Bereich zukünftig durch eine rechtssichere Regelung zum Querparken besser genutzt werden können.
An der Aktionsfläche 3 rückte das Thema Spielen in den Fokus. Die Fläche wurde bewusst als Freiraum gestaltet, auf der unterschiedliche Formen des freien Spiels ausprobiert werden können, erläuterte Lina Schirmer. Teile der Bodengestaltung gehen auf die Kinder- und Jugendbeteiligung im Rahmen von „Stadt der Kinder“ zurück. Gemeinsam wurde diskutiert, welche Flächen sich im Quartier für das Spielen eignen und wie mögliche Konflikte mit anderen Nutzungen gelöst werden können.
Der Schlaatz Walk hat deutlich gemacht, wie unterschiedlich die Anforderungen an den öffentlichen Raum sind. Parken, Klimaanpassung, Begrünung, Aufenthalt und Spielen müssen gemeinsam betrachtet und miteinander abgewogen werden.
Der zweimonatige Versuch soll nun zeigen, wie die Veränderungen angenommen werden, was im Alltag funktioniert oder wo Anpassungen notwendig sind. Nach Abschluss der Testphase werden die Maßnahmen, Verkehrs- und Parkraumerhebungen sowie die Rückmeldungen der Anwohnenden ausgewertet. Die Ergebnisse fließen in die weiteren Planungen im Stadtteil und die Weiterentwicklung der blau-grünen Nachbarschaftsbänder ein.
Auch in den kommenden Wochen bestehen Möglichkeiten, sich einzubringen, unter anderem über das PlanMobil, die Mitmach-Mittwoche, Aktionstage, Postkarten und der Online-Beteiligung.
Wir bedanken uns für das zahlreiche Erscheinen, die unterschiedlichen Perspektiven und den intensiven Austausch. Auch dieses Mal wird es einen Podcast zum Nachhören geben.
Euer Team vom PlanLabor




